Suche neuen Herzensmenschen für meinen 21jährigen Vollblutaraberwallach
Suche neuen Herzensmenschen für meinen 21jährigen Vollblutaraberwallach
Schweren Herzens habe ich mich dazu durchgerungen, für meinen 21jährigen Vollblut-Araberwallach Kassian einen neuen Herzensmenschen zu suchen, da ich ihm aufgrund meiner beruflichen Belastung nicht mehr gerecht werden kann. Zudem wird es im Frankfurter Umland immer schwieriger, ein Pferd artgerecht mit ausreichend Auslauf und genügend Gras auf den Sommerweiden zu halten.
Kassian liebt lange Ausritte im Wald, gerne mit längeren Galoppstrecken, und geht auch alleine absolut unerschrocken an allem vorbei (mit wenigen, sehr gruseligen Ausnahmen wie im Wald aufgeschichtete Raupenketten; das dauert dann schon mal länger, geht aber auch). In Pferdegesellschaft ist er rassetypisch deutlich munterer, weil er natürlich immer der beste und schnellste sein muss. Er ist kein Anfängerpferd und wird nur an einen Menschen mit Vollblut-Erfahrung abgegeben. Er wird zudem regelmäßig in der Bahn gearbeitet (ungefähr Dressur A-Niveau) und möchte auch hier immer gefallen. Longieren, Stangenarbeit, Bodenarbeit, er macht alles fleißig mit, auch wenn sein Herz für Geländeritte schlägt.
Er ist ein sehr liebes, treues Pferd, das für seinen Menschen alles gibt. Im Umgang sehr brav, unter dem Sattel im Gelände durchaus temperamentvoll. Er wurde erst mit 10 Jahren gelegt und hat davor auch gedeckt, ist aber im Gelände oder der Reitbahn völlig unproblematisch mit Stuten. Auf der Koppel kann ich das nicht beurteilen, weil er immer in reinen Wallachherden gestanden hat. Seine einzige Macke ist, dass er nach dem Beschnuppern eines neuen Pferdes quietscht und den einfachen oder doppelten Hengstritt rauslässt. Wenn wir im Gelände einem anderen im Hengsttyp stehenden Pferd begegnen, produziert er sich besonders und regt sich auf ? von einem guten Reiter aber stets händelbar. Rassetypisch sehr feinfühlig, kommt er mit lauten und grobmotorischen Menschen eher nicht zurecht.
In der Herde ist er rangniedrig. Bei Temperaturen ab 10 Grad und Regen benötigt er auf der Koppel eine Regendecke, auch bei Schnee. Er steht nachts in einer Paddockbox, was ihm die notwendige Ruhe zum Schlafen gibt. Tagsüber auf der Sommerkoppel, auf der zurzeit wegen der schlimmen Trockenheit und des fehlenden Aufwuchses Heu zugefüttert wird, oder im Winter auf einem großzügigen Auslauf, ebenfalls mit Heu ad libitum. Ganztägiger Auslauf im Sommer wie im Winter ist ein Muss.
Er hat einen recht kurzen Rücken, weswegen es nicht leicht war, einen geeigneten Sattel zu finden. Er hat jetzt einen Iberosattel, den ich mit abgebe. Der Sattel wird regelmäßig vom Sattler kontrolliert und nachgepolstert. Kassian ist regelmäßig geimpft, entwurmt und einmal im Jahr durch den Zahnarzt kontrolliert. Er läuft mit Duplobeschlag, weil er auf Eisen zu sehr gerutscht ist. Ich habe ihn seit 10 Jahren und davor lief er barhuf, aber unsere Waldwege sind dafür zu hart und steinig. Bei weichem Boden könnte man ihn sicherlich wieder an das Barhuflaufen gewöhnen.
Sein neuer Mensch sollte Arabererfahrung und Spaß an langen Ausritten haben. Außerdem sollte er einfühlsam und geduldig sein ? Kassian kommt mit Veränderungen nicht gut zurecht. Als ich ihn im März 2016 kaufte, hat er fast ein Jahr gebraucht, um zu begreifen und zu akzeptieren, dass das jetzt sein neues Zuhause und ich sein neuer Mensch war.
Artgerechte Haltung, am liebsten wieder in einer Paddockbox mit Ausblick, ganzjährig ganztägigen Auslauf mit ausreichend Futter, und am liebsten in einer ländlichen Gegend mit viel Fläche auf den Sommerweiden, idealerweise in einer Region, die nicht so extrem von Trockenheit betroffen ist wie Frankfurt und der Taunus. Platz definitiv vor Preis!
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